15.03. Klein & Frère de Song
.klein vertont unsere liebe gute Welt in gitarrig poppig traurigem Wohlklang und ist durchsetzt mit knisternden, schnarrenden, plokkernden und rascheligen Elektronika – die aus den Zimmern, in denen sie entstand, nach draußen drängt. Musik, die sich von ihren Vorbildern offen beeindruckt zeigt und nicht bemüht ist diese zu kaschieren. Die Liebe zu Nick Drake, Chris Withley und Ricky lee Jones sei hier – ein-für-alle-Mal – angeführt. Der melancholische Grundtonus ist .klein ein liebgewonnener Zufluchtsort. .klein geht dennoch feiern – filtert und zerlegt Discowelten in bröckelige Neonschrift auf dunkellila Untergrund, formt daraus einen Satz: Disco Hurts! Schlaflose Nächte und deprimierend schöne Erkenntnisse zum Zustand einer Liebesbeziehung formen sich zu erbaulichen Klangwelten. .klein besingt die Angebetete, den wimmernden Trucker, sprechende Wohnzimmermöbel, pinke 25jährige, die sich auf Motorrollern in braune 52jährige verwandeln, finale Blumensträusse, kosmisches Schneetreiben als Erlösung gegen grossstädtischen Dreck, Nachbarsjungen die Hunde aufgrund von liebesbekennender Schwanzwackelei töten, die Liebe mit Vorliebe für das Vergebliche..klein ist ein akkustisches, Laptop durchwobenes Duo – irgendwo zwischen Folk, Elektro-Pop und Country. Lutz Nikolaus Kratzer (voc., git.) und Patrick Müller (electronics), haben – bildlich gesprochen – die Landschaftsmalerei aus dem Blickwinkel der Großstadt für sich entdeckt. Kratzers räumliche Nähe zum Mikrofon, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album – so wird sein hypnotisch-fragiler Gesangsstil praktisch zum unverkennbaren Markenzeichen von .klein. Müller schraubt an .kleins filigranem Rythmusfundament, und erschafft detailverliebte Geräuschwelten. Kennengelernt haben sich die Musiker im herbst 2005. Um sich näher kennenzulernen, beschlossen beide sich zum Ausarbeiten, Arrangieren und Komponieren neuer Songs in die spätherbstliche Einsamkeit eines abgelegenen Nordsee Badeortes zurückzuziehen. Gehirne mit bis zum Anschlag gefüllten Musikdateien laufen durch sterile Kurorte hinter Deichen, vekriechen sich in Reetdachhäusern mit Instrumenten, Rechnern, Tagebüchern und Lebensläufen. Kratzer begann im Frühling 2004 mit ersten Klangskizzen und Songideen die an unterschiedlichsten Orten aufgenommen wurden und Anfang 2006 zum Debüt „the next small thing“ wurden.
zum weiterklicken:
- Bandwebseite
- Myspaceseite (mit Hörbeispielen)
Frère De Song, das ist Matthias Breckle mit wechselnden Begleitmusikern. Seit der Auflösung seiner Band veröffentlichte er neben einer Kassette und einem Sampler-Beitrag vier von der Musikpresse positiv aufgenommene Alben unter verschiedenen Pseudonymen (Boris, The Unknown Countrystar, Unknown Country). Ein Jahr nach der Veröffentlichung seiner CD „Unknown Country“ präsentiert Frère de Song nun seine 6-Song-EP „Lone Wolf“, welche komplett in Eigenregie produziert und im heimischen Schlafzimmer aufgenommen wurde. Seine Lieder handeln von Trennung, Suche und Umkehr. Sie klingen reifer und vielschichtiger, vor allem textlich hat sich der 29-jährige mit seinem kryptischen Stil weiter entwickelt. Die von einer tiefen Symbolik geprägten Texte erzeugen mit der ruhigen Musik eine nachdenkliche, entspannte Stimmung, die bisweilen an eine Mischung aus Iron & Wine, Mount Eerie, Will Oldham und Damien Jurado erinnert. Bezüglich seiner Veröffentlichungen legt Frère de Song viel Wert auf einen gelungenen Gesamteindruck. Sämtliche Cover sind selbst gemacht, mit viel Liebe für Details.
zum weiterklicken:
-Myspaceseite mit Hörbeispielen
Einlass: 20 Uhr AK: 5 €
