21.05. Kolkhorst

200704272337Irgendwo kurz vor Hamburg liegt das kleine Städtchen Lüneburg. Bekannt für seine Heide, seine Ruhe. Nur ab und zu trügt diese Idylle – und zwar dann, wenn Kai-Uwe KOLKHORST in seiner kleinen Einzimmerwohnung, gegenüber vom stadteigenen Krematorium, zur Gitarre greift, seinen achso eigenen Verzerrer anschmeißt und den Drumcomputer losrumpeln lässt. Erst neulich wieder hat er den Amp aufgedreht und die Arbeiten an seinem neuen Album angefangen. Zusammen mit ein paar Klamotten, einer Zahnbürste und seinem Equipment nahm er die 12 neuen Songs in ihrer rohsten Fassung mit nach Hamburg ins Büro des Labels. Klar, dass die Tapete-Familie steil ging und ihn ohne große Umwege ins Studio von Folke Jensen (Ledernacken, Tilman Rosmy Quartett) zum Aufnehmen schickte. Die beiden fingen sofort an, aus den rohen Songstrukturen ein poppiges Elektropunkalbum zu basteln. Oder ein rockiges Elektropopalbum. Ganz wie man es nimmt. Auf jeden Fall klar und deutlich. Und immer wieder auch ein Stück Romantik. „Wir sind größer“ heißt das Ergebnis und ist der logische Schritt nach vorne. Eine konsequente Weiterentwicklung seines ersten Soloalbums „Pizza Amore“. Songs aus einem absolut nicht geregelten Leben sprechen für sich. Höhen und Tiefen des Lebens treffen hier gleichermaßen aufeinander und kaum einer kann dies so gut ausdrücken wie Kai-Uwe KOLKHORST. Nach Veröffentlichung der Platte wird er sich wieder dem Touren widmen. Er wird sich alleine mit seinen sieben Sachen in den Zug setzen und ein weiteres Mal durch ganz Deutschland reisen, um Abend für Abend die Leute mitzureißen. Kaum ein deutscher Künstler hat wahrscheinlich derart viele Schienen in diesem Land bereist wie der KOLKHORST. Da sitzt er, im Raucherabteil, schläft, lernt Leute kennen oder saugt einfach die Landschaft in sich auf – alles, um Konzerte zu spielen. „Der Typ ist wahnsinnig!“ – Worte, die man im Publikum bei seinen Konzerten schon öfters zu hören bekam. Aber Wahnsinn kann auch sehr positiv sein. In diesem Fall zum Beispiel. Wenn KOLKHORST auf der Bühne steht – DAS ist Wahnsinn. Wenn er vier Stunden spielt und dabei niemand auf die Uhr guckt, ist das erst recht Wahnsinn. Und wenn er auf einen Barhocker oder einen Dartautomaten klettert und seine oder spontane Cover-Songs, gerne was von Falco, von dort aus bringt, ist auch das – Wahnsinn. „Der Typ ist doch mega besoffen!“ Nein, der Typ trinkt gar keinen Alkohol. Der Typ ist einfach die Art Mensch, für die das Wort „Typ“ überhaupt erfunden wurde. Es gibt nicht viele, die ihre Musik so leben wie Kai-Uwe KOLKHORST. Und es gibt erst recht nicht viele, die ihr Leben musikalisch so umsetzen wie er. Eigentlich ist KOLKHORST kaum in Worte zu fassen. Man muss ihn hören. Und sehen. Und genau jetzt ist die passende Gelegenheit dazu. KOLKHORST, go for it! Wir kommen mit!

Jan Quiel, SMASH-MAG.com im Juni 2006

wieterführende links:
http://www.tapeterecords.de/index.php?id=33

Einlass: 20.00 Uhr AK: 6,- €

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