07.11. Home of the Lame & September Leaves

Die Singer/Songwriter-Reflektionen des Albums Here, Of All Places von 2005 hinter sich lassend, hat Home Of The Lame-Sänger und …eehm, Songwriter Felix Gebhard eine Band gegründet. Die Band, mit Gebhard, Alex Böll am Bass und, seit Kurzem, mit den hamburger Musikern Christian Hake und Ingo Schröder an Schlagzeug und Gitarre, hat seit dem letzten Album rund 100 Shows gespielt, viele davon auf diversen Touren mit u.a. Element Of Crime, Maritime und Walking Concert. Diese Erfahrungen gaben Antrieb und inspirierten den jetzigen großen Schritt nach vorne, Sing What You Know. Mit dem trockenen Humor, den man bei Morrissey erwarten würde, fängt das neue Album mit „Old Songs“ an. Gebhard singt: „You can’t stand the old songs anymore, they used to mean so much before“. Zu singen, was man weiss, heisst, die Wahrheit zu sagen, und die Wahrheit tut manchmal weh. Sixties-Klassikern Respekt zollend, ohne sie dabei nachzuäffen, ist „Old Songs“ ein Aufruf an alle, die einen guten Popsong lieben oder ihn schreiben wollen. Mit dem ironischerweise radiofreundlichen Song „The Radio“ macht Gebhard seine Liebe zur Popmusik deutlich, nicht ohne einen Seitenhieb auf die Industrie auszuteilen, die die Menschen mit dieser Musik versorgt. Wenn er singt „I see music as a form of art, you know“, dann geschieht dies nicht aus der Position des Musikers sondern aus der des Hörers. Wie der Philosoph Arthur Schopenhauer sagte: „Nur wer bei dem, was er schreibt, den Stoff unmittelbar aus seinem eigenen Kopf nimmt, ist wert, daß man ihn lese“. Sing What You Know beschreibt und illustriert diesen Punkt. Neben dem Infragestellen der Motivationen hinter Musik, Liebe und Kunst, findet das Album Zeit, Momente des realen Lebens zu schildern, die so sind, wie sie erscheinen. „Maria“ ist eine Ode an die Liebe, natürlich und flüchtig wie wandernde Vögel. Sommergefühle, die einen ein Leben lang begleiten. Mit Bacharach-inspirierten Hörnern und dem hanseatischen Dance Hall Rhythmus von Hake und Böll ist „Maria“ wie eine Ruderbootfahrt mit der oder dem Liebsten an einem perfekten Tag. Home Of The Lame haben umfangreiche Tourneepläne für Sing What You Know. Diese Band, oder dieses Quartett, wie Felix es nennt, ist auf Tour geboren und ist, wie die E Street Band, born to run. An die Menschen, die Here, Of All Places mögen: erwarten Sie keinen einsamen Wolf mit seiner Akustikgitarre. Sie könnten von einem elektrisch verstärkten Rudel überrannt werden. 2008 is a year to rock!
weitersurfen:
- Bandseite
- Labelseite “Grand Hotel van Cleef”

September Leaves ist die Reise eines Laubblattes. Es fällt vom Baum. Liegt am Boden. Dann, erfasst vom Wind, schwebt es wieder hoch in den Himmel. Es singt ein Lied von Höhe, von Tiefe, vom unsichtbaren Wind. Erzählt von der Ruhe der Felder, von der Dunkelheit des Waldes, vom Lärm der Stadt. Vom Fliegen und Fallen. Vom Zurücklassen und Neubeginnen. Und vom Getragenwerden. September Leaves gelingt es, Charme und Vielfalt mit beinahe aufreizend plakativer Einfachheit und Eingängigkeit zu verbinden. Das Resultat: melancholischer Songwriter-Pop aus dem Süden Deutschlands.
weitersurfen:
www.septemberleaves.com (schaut euch das hübsche video an)
Einlass: 20 Uhr AK: 8,- VVK über Kartenhaus
