15.09. Clara Luzia

Claraluzia Neu
Musik für Menschen, die reinen Herzens und trotzdem nicht naiv sind, schrieb Gerhard Stöger in der Wiener Stadtzeitung Falter zu Clara Luzia’s Debutalbum „Railroadtracks“ 2006. Auf dem Nachfolger „The Long Memory“, den Clara Luzia ein Jahr später nachwirft, versuchen die MusikerInnen, diesem Eindruck weiterhin gerecht zu bleiben. Der kindlich- naiven Spielfreude wurde auf dem Zweitalbum noch mehrRaum gelassen, was nicht zuletzt daher rührt, dass Clara Luzias 5-köpfige Begleitband mittlerweile durch eine nicht unbeträchtliche Live-Erfahrung zusammengeschweißt ist – menschlich wie auch musikalisch. Eine Stärke Clara Luzias und ihrer MusikerInnen ist die unprätentiöse Unmittelbarkeit, mit der innerhalb kürzester Zeit Stimmungen erzeugt werden, die melancholisch, aber selten resigniert sind, die dem Traurigsein gerade so viel Raum lassen, dass der abgestumpfte Sager „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ noch Platz darin hat. Das Album markiert für die Songschreiberin Clara den Abschluss eines Jahres, das für sie mit zu den emotional schwierigsten zählt. Kombiniert mit Songmaterial aus „besseren Zeiten“, wie etwa dem Track „Harvest Moon“, den Clara bereits mit ihrer früheren Band Alalie Lilt 2005 auf Tonträger gebrannt hat. Ausgangspunkt des Albums bildet „Tidal“, eine Nummer entstanden am Hamburger Hafen im Oktober 2005: Die dumpfe aber dennoch sichere Ahnung, dass sich die Dinge gerade massiv ändern, ohne aber noch zu wissen, was genau im Umbruch begriffen ist: „I can tell now things have changed – like they always have.“ Clara sollte Recht behalten, die Dinge hatten sich geändert und änderten sich noch in den nächsten Monaten. Radikal. Und obwohl das ganz persönliche Umfeld Hauptschauplatz der emotionalen Hochschaubahnfahrt ist, gerät das „big picture“ nie ganz aus den Augen. „Narrow Margin“ zeugt davon: „Hardly anybody cast their votes today – I did“ schreibt Clara anlässlich der Nationalratswahl in Österreich 2006, aber auch Krieg als nach wie vor bestehende Option in der internationalen Politik und das Gefühl der „Außenstehenden“, das über Betroffenheit selten hinausgehen kann („No Offense“) wird thematisiert. „The Long Memory“ ist nicht die Chronik einer Seins- und Sinnkrise. Viel mehr soll es eine Art Erinnerungsbuch sein, das Erfahrungen eines turbulenten Jahres reflektiert. Und das muss nicht unbedingt schwer verdaulich sein, wie das Trinklied „Homedrinking“ beweist – einer kleinen Schunkel-Ode an das Bier: „It shrinks my brain, it fills my belly.“ In diesem Sinne: Möge es allen gut schmecken. Prost!

weitere Infos und Hörproben:
www.claraluzia.com
www.myspace.com/claraluzia

Einlass: 20 Uhr AK: 8, €

Eine Reaktion zu “15.09. Clara Luzia”

  1. Julian

    Das wird super!
    Hoffe mal, dass nicht wieder was dazwischen kommt, wie das letzte mal, also Clara spielen sollte.

    Vorverkauf Tickets gibts keine, oder?

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